SEEM Festival pres.: Ballgard + Stereotype + Golden Langur

Sa. 06.01.24

Konzert

Einlass: 19:30

Beginn: 20:30

Das Farsi-Wort „Seem“ bedeutet übersetzt Draht, aber auch Kabel und Saite. In verschiedenen Lebensbereichen ist es unverzichtbar: als Kabel in der Stadtlandschaft, als Saite in Instrumenten und als Draht in Elektronik.

Unser Festival „Seem“ feiert diese Vielseitigkeit durch experimentelle, instrumentale und elektrotechnische Musik. Es lädt dazu ein, die oft übersehenen Klänge in unserem urbanen Umfeld zu schätzen.

Die dritte Ausgabe des SEEM fand am 06.01.2024 im Import-Export statt, mit drei Bands aus Teheran-Istanbul und München, die Elektro, Avantgarde-Jazz und Underground Instrumentelle Urban Musik präsentierten. Nach den Einzelvorführungen folgte eine Jam-Session. Join the celebration of „Seem“!


Ballgard-Band (Teheran)

In den 2000er Jahren versuchte die staatliche Akademie für Persische Sprache und Literatur, neue Wörter zu schaffen, um nicht-persische Begriffe in der persischen Sprache zu ersetzen. Die von ihnen entwickelten Wörter wurden jedoch zur Zielscheibe von Spott und Hohn unter den Einheimischen und verdeutlichten die mangelnde Meritokratie und Ineffektivität der Regierung im Iran. Zu diesen Wörtern gehörte auch ein Ersatz für „Helicopter (Hubschrauber)“, der trotz ihrer Bemühungen weiterhin mit seinem ursprünglichen englischen Begriff bezeichnet wurde. Dieses neue Wort war „Ballgard“, was wortwörtlich „Flügel-rotation“ bedeutet. Die unkonventionelle Herkunft dieses Wortes machte es zu einem herausragenden Beispiel für die absurde Situation und die Spannungen, die aus dem Mangel an Meritokratie im System resultierten.

„Ballgard“ ist auch der Name einer unabhängigen Underground-Funkrockband, die 2004 in Teheran entstand. Die protestierenden Texte und die musikalischen Merkmale der Band platzieren sie von Anfang an bis heute in der Kategorie der Underground-Musik, die buchstäblich nie die Gelegenheit hatte, auf den offiziellen Bühnen in Teheran an die Oberfläche zu gelangen.

Ihr Debütalbum „Zigiland“ wurde 2008 veröffentlicht und repräsentiert eine experimentelle Fusion aus psychedelischem Funk und Punkrock.

Ihr zweites Album, „Razazzalin“, wurde 2011 veröffentlicht, zu einer Zeit, als die politische und soziale Situation im Iran bereits aufgrund einer Reihe kontroverser politischer Ereignisse im Jahr 2010 deterioriert war. Das Album spiegelt daher den vorherrschenden Status quo wider.

„So-Gand“ ist der erste Teil ihres kommenden Albums nach einer zehnjährigen Pause.


Stereotype-Duo (Teheran/Istanbul)

„Stereotype“ ist eine Electronic Rock/Synthwave-Band, die im Jahr 2020 inmitten der chaotischen Untergrundmusikszene von Teheran entstanden ist. Die Gründung der Band fiel mit der weltweiten Verbreitung von Covid-19 und den anschließenden Lockdowns zusammen, was ihren kreativen Prozess und ihre Perspektive auf das Songwriting maßgeblich beeinflusste.

Das Duo hinter „Stereotype“ besteht aus Meshcut, der Gesang und Synthesizer übernimmt, und XEEN, verantwortlich für Streicher und Elektronik. Ihre musikalische Reise führte sie nach Istanbul, wo sie derzeit ansässig sind und auf Live-Bühnen aktiv auftreten.

Die Tatsache, dass sie aus der verbotenen Musikszene im Iran stammen, insbesondere für weibliche Künstler, hat einen tiefen Einfluss auf ihren künstlerischen Ausdruck hinterlassen. Trotz der Herausforderungen, denen sie gegenüberstanden, ist es „Stereotype“ gelungen, eine einzigartige Mischung aus Electronic Rock und Synthwave zu schaffen, die ihre gemeinsamen musikalischen Perspektiven und persönlichen Erfahrungen widerspiegelt.

Mit Leidenschaft für das Überschreiten von Grenzen und das Herausfordern von Stereotypen begeistert „Stereotype“ weiterhin ihr Publikum mit dynamischen Auftritten und nachdenklicher Musik, wobei sie Grenzen durchbrechen und kulturelle Schranken überwinden.


Golden Langur (Munich)

Golden Langur ist die neue Avantgarde-Jazzband von Gonçalo Mortágua (Tenorsaxophon), Sam Simons (Klavier und Keyboards) und Minori Shimayama (Schlagzeug). Die ungewöhnliche Besetzung des Trios ohne Bass eröffnet kreative Möglichkeiten für die Gruppe und definiert ihren originellen Sound. Das Trio präsentiert eigene Kompositionen und schöpft Inspiration aus einer Vielzahl von Stilen wie Modern Jazz, Latein, klassischer Musik und freier Improvisation.

Minori Shimayama ist ein japanischer Schlagzeuger. Er wurde 1984 in Yokohama, Japan, geboren. Seine Mutter, Yukino Someya, ist Sängerin, und sein Vater, Nobukazu Shimayama, Gitarrist. Er kam seit seiner Geburt mit verschiedenen Musikstilen und Instrumenten in Kontakt und beschäftigte sich in seiner Jugend mit Gesang und Gitarre. Seit seinem 17. Lebensjahr ist er professioneller Session- und Live-Schlagzeuger. Er stand mit Musikern unterschiedlicher Genres aus der ganzen Welt auf der Bühne und tourte durch Japan, die USA und Europa. Sein musikalischer Stil umfasst Jazz, Rock, R&B, Blues und Latein.

Der junge Jazzpianist Sam Simons wurde in München geboren und ist dort in verschiedenen Formationen zu finden. Neben „Golden Langur“ spielt er auch in der Modern-Jazz-Band „Extra Teeth“ sowie in den Rockbands „Rosa Blut“ und „Vandalisbin“. So vermischen sich n seinen Kompositionen die Klänge des Jazz mit Rock- und Popmusik.

Der in Lissabon geborene Saxophonist Gonçalo Mortágua hat Jazzsaxophon an der Escola Superior de Música de Lisboa und der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden studiert. Er zog 2015 nach Berlin und ist seitdem aktives Mitglied in der Jazz-, Latin- und Afro-Szene in Berlin.


Für Studierende gilt der ermäßigte Eintrittspreis von 10 € ( zzgl. Vorverkaufsgebühren). Diese Tickets sind nur über den Vorverkaufslink mit dem RabattCode studentPatogh erhältlich.  Ein Studentenausweis muss bei Einlass an der Abendkasse vorgezeigt werden.


Vorverkauf

Abendkasse

14 € ( + Gebühren)

16 €