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TICS & The Irrigators

Mi. 23.10.19

Einlass: 20:00

Beginn: 20:30

TICS

Agnostic Funk.
Der Himmel ist leer. Die Sonne ausgebrannt. Sterne kreisen ziellos im All umher. Und kein George Clinton und kein James Brown, keine Betty Davis und keine Erykah Badu werden uns retten. Die Göttinnen und Götter des Funk haben sich zurückgezogen und spielen für sich ihr eigenes Spiel.
Tics sind zurückgeblieben. Gekettet an Minutemen, betäubt von ESG, beschwert, eckig und ungelenk müssen sie auf dieser Erde ausharren, in diesem Land, in dieser Zeit. Ohne Aussicht auf Erlösung erinnert nur das Zucken der restless legs an die Gunst und Gaben, die ihnen hinterlassen wurden.
„Agnostic Funk“ ist eine Einladung: Schüttelt die Hüften trotzdem! Acht snapshots, im alltägliche mindfuck aufgenommen, wecken noch Energien. Doch immer ohne Transzendenz: Der Funk der Tics befreit weder „ASS“ noch „MIND“. Er stülpt deren gesellschaftlichen Verstrickungen nach außen. Und an diesen Fäden zappeln die Körper und verrenken ihre Glieder. Stimmen spiegeln sich, werden gedoppelt, kommentiert und konterkariert von Samples, Echos, Vocoder-Fetzen. Darunter verhaken sich Bass, Schlagzeug, Gitarre zu Transformer-artigen moves, Keyboards und Saxophon verklumpen in psychedelischen Schlieren.
Der Funk der TICS ist Reflex auf den konstanten Wahn – und zugleich Widerstand gegen sein geschmeidiges Funktionieren. Ein getriebenes, notgeborenes Strampeln und Hampeln gegen das neue Fascist Groove Thang.
Was dagegen tun! „Gegen die Dummheit hilft kontrolliertes Rumhampeln, Grimassenschneiden, auf den Punkt gespielte Songs, kaum einer länger als zwei Minuten, in die der ganze Müll der Welt eingedrungen ist.“ so beschrieb Jonas Engelmann den musikalischen Entwurf der TICS in der JUNGLE WORLD. Die TAZ rieb sich verwundert die Augen: „Das Quartett wirft seinen ZuhörerInnen mit unheimlichem Wumms eine verwirrende Vielfalt an Themen vor die Füße – alles ist irre schnell, gut laut, leicht vergrätzt und zuweilen mit Funky- und Psychedelic-Elementen angereichert. Wobei Funk und Psychedelik im Zeitalter von ADHS und Social-Media-Overkill stärker wirken… Unruhige Zeiten brauchen eruptive Musik“
Erst unter Wasser, ganz zum Schluss wird der Groove flüssiger. „The Tide“ versinkt in eine Art 5/4-Calypso und träumt vom Meeresboden und dem Leuchten der Korallen. Mit einem Mal bricht die dichte Textur auf, und die Gitarre schweigt. „We sink down to unknown beaches, we lay low, no voice can reach us.“ Abgeschirmt von dem sozialen Gerede, den Kommandos und Zuschreibungen kommt die Vocoder-Stimme zu sich selbst.

The Irrigators

Da hängt man in den späten 80ern, frühen 90ern nächtelang im Übungsraum rum, hat die geilste Band der Welt und keiner kriegts mit. Man verliert man sich aus den Augen. 20 Jahre später trifft man wieder redet über Kinder, Job und über Musik. Natürlich. Und dass man mal wieder was zusammen machen könnte. Ne Band zum Beispiel.

Musik wie früher: Irgendwie so, wie man früher gemacht, gehört, gemocht hat. Laute Gitarren-Musik, bisschen Punk, bisschen Indie, bisschen Lärm, bisschen HC, bisschen Melodie. So was.

Proben soviel es die Zeit zulässt. Erstes Konzert auf ner Privatparty im Wohnzimmer. Kommt gut. Dann eins nach dem andern. Schnell ins Studio. Aufnehmen. Und dann lange warten aufs Vinyl, weil das ja jetzt jeder macht. Die Irrigators 10Inch im Siebdruck-Cover erscheint , limitiert versteht, sich auf gutfeeling records.

The Irrigators sind Daniel Kappla (Hermanos Patchekos), Eric Müller (Small Ons), Jakob Werth (Analstahl) und Kai Robitzkat (Soft Target).

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AK 13,10€