Livestream Bernadette La Hengst Mi. 19. Mai

Import Export Open 2021

Zack! Weiter geht’s. Die schönste Zeit des Jahres hat begonnen.

Mit Pauken und Trompeten – und allem, was das Instrumentarium des Planeten sonst so hergibt – geht die Import Export Open in die vierte Runde. Dieses Jahr werden wir ganze fünf Monate lang mit euch feiern. Ob im Innenhof oder im Internet, der Sommer findet statt. Solange wir nicht raus können, übertragen wir alle Events per Livestream.
Das Programm haben wir wieder so zusammengestellt, dass für alle was dabei ist – für Jung und Alt, für Herz und Hirn, für dich und mich. Wir haben für euch partizipative Events, Podiumsdiskussionen und natürlich jede Menge Live-Musik. Noch mehr als im letzten Jahr profitiert das Line-up von der gesellschaftlichen Vielfalt. Superstars des lokalen Underground, nationale und internationale Artists von Überall und Sonstwoher geben sich die Klinkenstecker in die Hand. Jeder Monat steht diesmal unter einer Überschrift, die anzeigt, welche Akzente wir beim Booking gesetzt haben.
In den Ferien können sich zudem Kinder und Jugendliche in der Werkstatt kreativ verausgaben und vom Rap-Workshop bis zur postapokalyptischen Schmuckwerkstatt ihre Potentiale entdecken.
Angesichts der unberechenbaren Situation war es ein Wagnis, die Import Export Open 2021 zu planen. Unterstütze uns dabei, auch in Zukunft Künstler:innen eine Bühne zu geben und ihre systemrelevante Arbeit mit deinem Beitrag zu honorieren – ob als Fördermitglieder des Kunstzentrat e.V. oder mit einem Betrag deines Ermessens über Paypal.


Livestream oder Open Air?

Welche Kehrtwenden die Corona Achterbahn noch nehmen wird, lässt sich aktuell nicht abschätzen. Kulturhäuser sind seit einem Jahr geschlossen, während Menschen in vollen Bahnen ins Großraumbüro fahren müssen. Diese Priorisierung ist uns ein Rätsel. Deshalb wollen wir #ZeroCovid und ein baldiges Ende des Kulturlockdowns. Wenn die Einschränkungen aufgehoben werden, öffnen wir die Import Export Bühne auf dem Spiegelplatz. Bei einer Verlängerung des Lockdowns finden unsere Veranstaltungen als Livestream statt.


Bitte nutzt die Website für aktuelle Informationen.

Wir informieren euch zu den laufenden Änderungen im Corona Geschehen, den Auswirkungen auf das Kulturleben und unser Programm hier und auf Facebook. Die Uhrzeiten für den Beginn der Veranstaltungen können sich ändern, sobald unser Programm auf der echten Bühne stattfindet.


Diskurse gegen den Kanon und für die Polyphonie

Seit einem Jahr ist es leise geworden um das Import Export und die meisten anderen Kultureinrichtungen. Mit dem Open Festival kommen wir zurück um Kunst, Kultur, Musik, Politik eine Bühne zu bieten. Wir wollen das Festival nutzen um Diskurse zu fördern, welche mehr Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit verdienen. Frauen in der Musik, Recht auf Stadt, Dekolonisation und Pop, Klimagerechtigkeit und weitere Themen sollen uns begleiten und inspirieren. Der monatliche Fokus wird von Künstler:innen und Freund:innen visualisiert, beschrieben und im Programm umgesetzt.
Im Mai: „Frauen in der Musik“ mit We Won’t Shut Up und Leonie Brehorst


„Für ne Frau gar nicht schlecht!“

Dass immer noch solche Sprüche zu hören sind. Dass es immer noch ein Kuriosum für die meisten Menschen ist. Dass immer noch darüber diskutiert werden muss. Dass es immer noch keine Selbstverständlichkeit ist. Es geht um Frauen auf der Bühne und dahinter. Um Sängerinnen, Musikerinnen, Frauen in wichtigen Rollen in der Musikproduktion und im Management. Um Veranstalterinnen, Tontechnikerinnen und um Frauen in allen weiteren Bereichen der Musik. Es ist das Jahr 2021 und wir haben noch nicht einmal annähernd eine Gleichwertigkeit erreicht. Männer dominieren das Musikgeschehen flächendeckend und bis auf einige wenige, sehr berühmte Aushängeschilder am Pop-Olymp, die es durch unwahrscheinlich viel Arbeit geschafft haben, sich durchzusetzen, haben Frauen noch immer kaum Chancen auf faire Behandlung in dieser Branche.
Aktuelle Studien legen nahe, dass wir nicht nur einen gesellschaftlich-kulturellen Nachholbedarf haben, sondern einen regelrechten Abwärtstrend des Frauenanteils in der Musik. So berichtet die University of Southern California (USC) – um nur ein Beispiel von vielen zu nennen – dass die Zahl der ausführenden Künstlerinnen von 22,5 Prozent im Jahr 2019 auf 21,6 Prozent in 2020 gesunken ist. Und das bezieht sich lediglich auf die erfolgreichsten Songs der beiden Jahre. Von der Klassik ganz zu schweigen, in der der Gender Gap mit einem Frauenanteil am Dirigierpult in der Konzertsaison 2019/20 bei den deutschen Berufsorchestern mit 7 Prozent erschreckend offensichtlich ist (Bericht von „Archiv Frau und Musik Frankfurt/Main“ und „musica femina münchen“).
Es liegen also noch ein weiter Weg und viel Arbeit vor uns, wenn wir diese Kluft schließen und Gleichwertigkeit erreichen wollen. Aber es gibt auch Hoffnung und positive Entwicklungen. In den letzten Jahren wurden Vereine gegründet und Aktionsbündnisse geschaffen mit dem Ziel, auf Missstände aufmerksam zu machen, über Möglichkeiten zu informieren, Frauen eine Bühne zu geben und aktiv Veränderung zu schaffen. Musikveranstalter können mittlerweile die Ungleichheit nicht mehr ignorieren, es gibt bereits Festivals, bei denen ein 50-50-Lineup Pflicht ist und bei öffentlichen Stellen gilt bei einer Bewerbung für Zuschüsse für Konzertveranstaltungen immer häufiger die Auflage, dass ein ausgewogener Frauenanteil gegeben sein muss. Das reicht bei weitem noch nicht für eine grundlegende Verbesserung des Status Quo, ist aber ein Schritt in eine gute Richtung.
Auch im Rahmen der Import Export Open, die in diesem Jahr vom 5. Mai bis zum 2. Oktober stattfindet, wollen wir auf diese Themen eingehen. Deswegen steht der Monat Mai unter dem Motto „Frauen in der Musik“. Wir freuen uns auf inspirierende Veranstaltungen von und mit Frauen auf und hinter der Bühne. Und wir freuen uns auf regen Austausch, neue Impulse und das gemeinsame Erleben von tollen Konzerten!
Auf dass bald keine dummen Sprüche mehr zu hören sein werden, dass Frauen in der Musik bald kein Kuriosum sein werden, dass die Diskussionen irgendwann nicht mehr nötig sein werden und dass wir endlich in einem Zustand der Selbstverständlichkeit ankommen.


Die Import Export Open wird gefördert von:
Landeshauptstadt München – Kulturreferat
NEUSTART KULTUR – die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
Bundesverband Soziokultur
Initiative Musik